SpvGG Trossingen II – SGM Fluorn-Winzeln I 4:0 (3:0)
Eine am Ende deutliche 0:4-Niederlage musste die SGM Fluorn I / Winzeln II bei der Auswärtspartie gegen die Reserve der Spvgg Trossingen einstecken. Das deutliche Endergebnis spiegelt dabei jedoch nicht den vollständigen Verlauf der 90 Minuten wider, da sich unsere Mannschaft nach einem sehr schwierigen Beginn in der zweiten Halbzeit erheblich steigern konnte und das Spielgeschehen weitgehend diktierte. Die Gastgeber übernahmen von der ersten Minute an die Initiative und erwiesen sich über weite Strecken des ersten Durchgangs als die reifere und tonangebende Mannschaft. Vor allem durch ihre technische Überlegenheit kontrollierten sie in der Anfangsphase das Spielgeschehen nach Belieben. Unsere Elf hatte immense Mühe, dem extrem schnellen und oft direkt vorgetragenen Passspiel der Hausherren zu folgen und hinterherzulaufen. Die logische Konsequenz war ein früher Gegentreffer in der 12. Minute. Auch nach Ballgewinnen gelang es der SGM kaum, Ruhe in das eigene Spiel zu bringen: Das Spielgerät wurde im Aufbauspiel meist zu überhastet und leichtfertig wieder hergegeben, da man in Ball possession schlichtweg zu hektisch agierte. Gegen Mitte der ersten Halbzeit gelang es unserer Mannschaft jedoch allmählich, sich besser auf die Spielweise des Gegners einzustellen und die Zweikämpfe intensiver anzunehmen. Man kam nun selbst zu ein bis zwei kleinen Halbchancen, bei denen es allerdings im entscheidenden Moment an der nötigen Präzision fehlte – der letzte Pass wurde jeweils nicht sauber zu Ende gespielt. Umso bitterer verlief die Schlussphase vor dem Pausentee: Durch Unkonzentriertheiten in den eigenen Reihen nutzte der Gastgeber zwei Unachtsamkeiten eiskalt aus und schraubte das Ergebnis durch einen Doppelschlag in der 42. und 44. Minute vorzeitig auf 3:0 in die Höhe. Für den zweiten Durchgang hatte man sich viel vorgenommen – und die Mannschaft setzte das Vorhaben auch direkt auf dem Platz um. Die SGM kam wesentlich wacher und zielstrebiger als die Gastgeber aus der Kabine und präsentierte sich im Vergleich zur ersten Hälfte wie ausgewechselt. Vor allem die Defensive stand nun extrem kompakt und ließ aus dem Spiel heraus kaum noch gegnerische Aktionen zu. Im Mittelfeld riss man das Spielgeschehen zunehmend an sich und agierte endlich mit der im ersten Durchgang vermissten Ruhe und Gelassenheit am Ball. Trotz der deutlichen Feldüberlegenheit und der Kontrolle über die Partie haperte es weiterhin im letzten Drittel. Die Genauigkeit und Überlegtheit vor dem gegnerischen Gehäuse ließ zu wünschen übrig, wodurch man sich zwar einige aussichtsreiche Gelegenheiten erarbeitete, diese aber schlichtweg nicht konsequent und kaltblütig genug ausnutzte. Kurz vor Ende der Partie ereignete sich schließlich die spektakulärste und gleichzeitig unglücklichste Szene des Spiels: Paul Staiger zog aus der Distanz einfach mal ab und setzte einen gewaltigen Fernschuss an die Unterkante der Latte. Von dort sprang das Leder deutlich erkennbar hinter die Torlinie – ein regulärer Treffer, der der SGM zumindest den hochverdienten Ehrentreffer beschert hätte. Die Pfeife des Unparteiischen blieb jedoch stumm und das Tor wurde fälschlicherweise nicht gegeben. Es kam noch bitterer: Während unsere Mannschaft noch mit der Entscheidung haderte, schalteten die Hausherren blitzschnell um und erzielten im direkten Gegenzug in der 90. Minute den Treffer zum 4:0-Endstand.
Eine Niederlage, die aufgrund der verschlafenen und hektischen ersten Halbzeit zwar nicht unverdient ist, in ihrer Höhe aber den Spielverlauf keineswegs korrekt wiedergibt. Die Mannschaft hat in der zweiten Halbzeit Moral und spielerische Klasse gezeigt, verpasste es jedoch, sich für den betriebenen Aufwand zu belohnen.